Die österreichische Kunstlandschaft von 1945 bis in die 1990er Jahre ist geprägt von unterschiedlichsten Entwicklungen, angefangen beim Wiener Phantastischen Realismus über die frühe Abstraktion bis hin zum Wiener Aktionismus oder der feministischen Avantgarde. Bekannte österreichische Positionen dieser Zeit sind unter anderem Günter Brus, Arnulf Rainer, Arik Brauer, Kurt Kocherscheidt oder Max Weiler. Allerdings gibt es auch zahlreiche österreichische Künstlerinnen, die die Kunstszene im In- und Ausland maßgeblich beeinflusst haben. In diesem Beitrag stellen wir einige der wichtigsten Vertreterinnen der österreichischen Kunstlandschaft nach 1945 vor.

Die Stellung der Künstlerinnen nach 1945

Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg stellt in Österreich eine einzigartige historische Situation dar. Einerseits dominierten noch immer stark konservative Kräfte in Politik, Publizistik, Medien und Gesellschaft das Land – andererseits herrschte gerade unter den jungen Künstlerinnen und Künstlern eine starke Aufbruchstimmung und entstand eine radikal neue Avantgarde-Bewegung.

Da während dem Nationalsozialismus viele europäische Künstler:innen in die USA flohen, wurde die Kunstszene dort stark von europäischen Strömungen beeinflusst. In Europa entwickelten sich gleichzeitig bereits bestehende Kunstrichtungen weiter; wie zum Beispiel die Strömung der Konkreten Kunst. Neue gestisch-expressive Kunstrichtungen wie der Tachismus sowie das Informel entstanden daraus. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden noch die Schrecken des Krieges und dessen psychologische und physische Verwüstungen in der Kunst verarbeitet. Schließlich entwickelte sich eine neue Art von Freiheit in der Kunst; nach 1945wurde in Österreich die Kunstlandschsaft vor allen Dingen stark vom Wiener Aktionismus beeinflusst, welcher einen bedeutenden Beitrag zu den internationalen Postavantgarden der 1960er Jahre leistete, indem die Malerei und Skulptur von den Aktionist:innen als Reaktion auf die Herausforderung des Abstrakten Expressionismus zum ereignishaften Kunstwerk erweitert und die gesellschaftliche Rolle und Funktion von Kunst und Künstler:in einer radikalen Analyse unterzogen wurden.

Wie bereits in unserem Beitrag zur Wiener Moderne erwähnt, trugen Strömungen, wie der Surrealismus oder die Neue Sachlichkeit in Wien wesentlich zur Veränderung des Frauenbildes in der Kunstszene bei. Allerdings nahmen die Emanzipation und Gleichstellung der Frau mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 ein rasches Ende, was dazu führte, dass das Bild von der Frau als Mutter und Hausfrau in den Vordergrund trat und die Moderne Frau immer mehr aus dem Alltag verdrängt wurde. Auch nach 1945 war es für Künstlerinnen schwer, Zugang zur Kunstwelt zu erreichen und brauchte es einige Jahre, bis Frauen wieder an die Aufbrüche des frühen 20. Jahrhunderts anknüpfen konnten.

In den 1990er Jahren begann die intensive Aufarbeitung der Rolle der Frauen in der österreichischen Kunstgeschichte; diese ist jedoch heute noch nicht abgeschlossen. Im Folgenden stellen wir daher einige der bedeutendsten und interessantesten Künstlerinnen vor, die die österreichische Kunstlandschaft nach 1945 prägten.

Maria Lassnig (1919 – 2014)

Beschäftigt man sich mit österreichischer Kunst im 20. Jahrhundert, darf der Name Maria Lassnig nicht fehlen. Sie gehört zweifellos zu den wichtigsten Künstler:innen ihrer Zeit, die auch international Beachtung fanden. Verwurzelt ist die Künstlerin ursprünglich im Post-Expressionismus der Nachkriegszeit und in der informellen Malerei der 1950er Jahre. Für Lassnig ist vor allen Dingen die motivische Betrachtung des Körpers wichtig, sie verwendet diesen als spirituelles und emotionales Material.

Die Malerin, Grafikerin und Medienkünstlerin ist 1919 in Kappel am Krappfeld in Kärnten geboren und beginnt in den 1940er Jahren ihr Studium der Malerei an der Akademie der Bildenden Künste. Zunächst besucht Lassnig die Klasse bei Wilhelm Dachauer, deren Wege sich allerdings trennen, als die Künstlerin ihren eigenen Stil zu suchen möchte und farbiger sowie expressiver zu malen beginnt. In Folge setzt sie das Studium aus diesem Grund bei Ferdinand Andri fort und schließt 1945 mit Diplom ab. Nach Abschluss des Studiums kehrt Lassnig nach Klagenfurt zurück, wo ihr Atelier zwischen 1945 und 1950 als ein Treffpunkt für diverse Künstler:innen und Schriftsteller:innen gilt. 1949 zeigt die Künstlerin ihre erste Einzeldarstellung in der Galerie Kleinmayr in Klagenfurt.

Für Lassnig ist es wichtig, ihre emotionalen Wahrnehmungen mit künstlerischen Mitteln auszudrücken – das eigene Selbst fungiert als Resonanzkörper der Empfindungen. Ab 1948 verleiht sie dieser malerischen Komposition den Titel „body awareness paintings“. Im Fokus dabei; die Künstlerin selbst. Lassnig vertritt insofern in der Kunstgeschichte zweifelsohne eine einzigartige Position; ihre malerische Selbstbefragung ist radikal. Durch den Künstler Toyen wird Lassnig schließlich in den Surrealismus eingeführt, der für die Künstlerin die „Befreiung von der Tradition“ bedeutet. Das Jahr 1980 markiert schließlich den künstlerischen Höhepunkt von Maria Lassnig. Gemeinsam mit VALIE EXPORT bespielt sie den Österreichischen Pavillion auf der Biennale in Venedig.

Maria Lassnig, Zwei Arten zu sein (Doppelselbstporträt), 2000, via Wikimedia Commons

VALIE EXPORT (1940 – heute)

Kunst schärft die Wahrnehmung und trägt deswegen ein transformatives und subversives Potenzial in sich.

VALIE EXPORT

Die Künstlerin VALIE EXPORT ist bekannt für ihr vielsitiges Oeuvre, dass sich über Fotografie, Skulptur, Großinstallation und Texte erstreckt und gilt heute als eine Ikone des Feminismus und außerdem Pionierin im Bereich Medienkunst. VALIE EXPORTs Arbeit ist ausdrücklich politisch und hinterfragt die Art und Weise, wie die Gesellschaft funktioniert, und insbesondere wie Frauen wahrgenommen und behandelt werden. Sie gilt als eine der wichtigsten frühen feministischen Künstlerinnen, die die Art und Weise, wie der Körper in konventionellen Filmen und Medien dargestellt wird, überdenkt und seine Darstellung als passiv in Frage stellt, indem sie komplexe und herausfordernde Darstellungen der Erfahrung von Frauen bietet.

1940 wird sie als Waltraud Lehner in Linz geboren und setzt sich bereits in ihrer Jugend intensiv mit Kunstgeschichte auseinander; die Fotokamera ist ihr eine treue Begleiterin. 1960 zieht die angehende Künstlerin nach Wien, um dort 1964 die Höhere Bundeslehranstalt für Textilindustrie zu besuchen und mit einem Diplom in Design abzuschließen. Angefangen als Cutterin und Script Girl in der Filmbranche, verfasst die Künstlerin 1966 erstmals ihren ersten filmischen Text „AUS ALT MACHT NICHT NEU – ein versuch der sinnlosigkeit. Metaphorische bildassoziation, Projekt“ (Drehbuch). Nur ein Jahr später beschließt sie von nun an, sich mit dem Namen VALIE EXPORT zu schmücken – einem Künstlerinnennamen, der unter der Vorschrift, ihn nur in Versalien zu schreiben, funktioniert.

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Ihr frühes Werk besteht aus Performances, in denen sie das öffentliche Publikum mit sexualisierten Aktionen herausfordert, die es auffordern, die Erfahrungen von Frauen zu untersuchen, wobei der Schwerpunkt auf der Art und Weise liegt, wie deren Körper im Kino dem männlichen Blick ausgesetzt sind. Sie untersucht diese Ideen in einer Reihe von Medien, wobei sie einen Ansatz verfolgt, der verschiedene Stile und Techniken in ihre Praxis einbezieht und Texte schreibt, die die Bedeutung des Feminismus in Kunst und Film darstellen. Die Auseinandersetzung mit Feminismus, Aktionskunst und dem Medium Film zeichnen das Frühwerk der Künstlerin aus. 1968 erlangt sie mit dem „TAPP- und TASTKINO“ große Aufmerksamkeit. Die Künstlerin trägt eine Kino-Box über den Brüsten und bedeckt den Rest ihres nackten Körpers mit einer Strickjacke. Passantinnen und Passanten werden von ihrem damaligen Partner Peter Weibel motiviert durch die Kinoleinwand hindurchzugreifen und so den nackten Körper zu befühlen. Durch ihre Performance durchbricht sie die Intimsphäre als Künstlerin und stellte sich als Frau öffentlich in die damals vorherrschende Definition von Kunst. Im Laufe ihrer langen Karriere hat sie immer wieder Werke über Geschlecht und Gesellschaft geschaffen und über Avantgarde-Praktiken und deren Beziehung zur politischen Arbeit gelehrt.

Nur ein Jahr später provoziert VALIE EXPORT erneut. Mit einer im Genitalbereich ausgeschnittenen Hose tritt sie im Münchner Stadtkino auf und gibt bald darauf die Poster- und Fotoserie „Aktionshose: Genitalpanik“ heraus. Als berühmteste Fotografie zählt heute das Poster, auf dem sie mit gespreizten Beinen auf der Bank vor einem Haus sitzt und ein Maschinengewähr in der Hand hält. Die Künstlerin drückt mit dieser Fotografie die Objektivierung ihrer Weiblichkeit durch den männlichen Blick zum aus und lässt darüber hinaus das Maschinengewähr als Inbegriff aggressiver Männlichkeit fungieren. VALIE EXPORT spielt mit ambivalenten Bildpolitiken und nutzt De- sowie Rekontextualisierungen als bewusste Strategien, bei denen sie Bekanntes in einen anderen Kontext stellt, um diesem so eine neue Bedeutung zuzuschreiben. Ihre Arbeiten befinden sich heute u.a. im Museum of Modern Art in New York, dem Centre Georges Pompidou in Paris und der Österreichischen Galerie Belvedere in Wien.

Martha Jungwirth (1940 – heute)

Seit den 1960er Jahren nimmt die 1940 geborene Künstlerin Martha Jungwirth eine bedeutende Position in der neueren österreichischen Kunstgeschichte ein. In den letzten sechs Jahrzehnten hat sie einen einzigartigen Ansatz zur Abstraktion entwickelt, der sich auf den Körper und die genau beobachtete Wahrnehmung der Welt um sie herum stützt. Martha Jungwirths Malerei bewegt sich an der Schnittstelle zwischen abstrakt und gegenständlich. Mit ihren einzigartigen Farbkompositionen vermittelt sie ihre sensible Wahrnehmung der Wirklichkeit.

Von 1956 bis 1963 studiert Jungwirth an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien und tritt kurz darauf mit unterschiedlichen Medien wie Bleistiftzeichnungen, Aquarellen und Arbeiten in Öl und Tusche erstmals an die Öffentlichkeit. Als einzige Frau wird sie 1968 zum Mitglied der Gruppe „Wirklichkeiten“, eine Gruppe von österreichischen Malern, die in den 1960er- und 1970er Jahren für Aufsehen sorgte, darunter Wolfgang Herzig, Kurt Kocherscheidt, Peter Pongratz, Franz Ringel, Robert Zeppel-Sper und eben Martha Jungwirth. Allerdings beschreitet die Künstlerin schon damals einen eigenständigen und unverwechselbaren Weg, indem sie zwischen gestisch-abstrakten und gegenständlichen Kompositionen wechselt. Martha Jungwirth versucht sich vom Kunstbetrieb fernzuhalten, da für sie das Betriebsame immer einen „unangenehmen Beigeschmack“ hat. Zwar musste sie so mit geringerer Ausstellungspräsenz leben, konnte sich aber dafür künstlerisch unbeeinflusst, ungestört und konsequent auf ihren eigenen Weg begeben.

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Das Frühwerk der Künstlerin zeichnet sich thematisch durch das soziokulturelle Umfeld der Frau aus. Sie erschafft die Zyklen „schwarze Küche“ und „Indesit“, wobei sich die Faszination der Künstlerin mehr auf die Formen und das Innenleben von Alltagsgeräten als auf den feministischen Kontext fokussiert. Als weitere Inspirationsquelle dienen Landschaften und Städte, die sie auf Reisen erkundet; die Künstlerin bezeichnet ihre Reisen als „Malfluchten“, in denen sie aus der Geborgenheit und dem Rhythmus des Gewohnten flüchtet, um das Leben intensiver empfinden zu können. Neben der Verarbeitung ihrer Entdeckerlust, widmet sie sich in ihren emotional aufgeladenen Bildmotiven auch Menschen. Ihre Intention ist es niemals etwas narrativ Abbildhaftes oder Repräsentatives ins Bild zu setzen, sondern viel eher die Wirklichkeit in ihrer Malerei zu reflektieren.

Elke Silvia Krystufek (1970 – heute)

Ich möchte funktionieren, nicht perfekt, aber doch.

Elke Silvia Krystufek, 1996

Elke Silvia Krystufek kennt man sowohl als bildende Künstlerin, als auch Fotografin, Installationskünstlerin und Autorin. Die vielseitige Künstlerin wird 1970 in Wien geboren und beginnt, gleich nach dem Schulabschluss, an der Akademie der bildenden Künste in Wien zu studieren. Von 1988 bis 1993 lernt sie bei Arnulf Rainer, einem der wichtigsten Vertreter des Wiener Aktionismus, und bekommt 1997 die Möglichkeit in der Wiener Secession auszustellen. Angelehnt an Nan Goldin und Gerhard Richter stellt die Künstlerin dort postkartengroße Fotografien mit dem Titel I am your mirror aus. 2006 stellt Krystufek im MAK Museum in Wien aus. „LIQUID LOGIC. The Height of Knowlegde and the Speed of Thought“ nennt sie ihre Schau. Im Zuge dieser Schau dringt Elke Krystufek, intensiv wie keine Künstlerin zuvor, in das Museum ein. Über Monate erforscht sie die Geschichte des Hauses, die tradierten Aufgaben des Museums und entwickelte in einem kontinuierlichen Prozess eine dialektische, komplexe, und in sich logische Ausstellung. Mit unterschiedlichen künstlerischen Ausdrucksformen gelingt es ihr, neue Perspektiven zu Überleben und Vergänglichkeit von Kunst, Sammlungsstrategien und die Rolle der Frau im Kunstbetrieb zu generieren. Dabei befasst sie sich auch mit Themen wie Religion, Wert und Mythos.

Elke Silvia Krystufek, The Return of Bas Mann Jadar, (c) Galerie Wienerroither & Kohlbacher

Selbstinszenierung wird bei Krystufek groß geschrieben; der Körper agiert als ihr Medium und sorgt für mediales Aufsehen sowie Provokation. In ihren Performances verletzt sie sich beispielsweise selbst, um anschließend mit dem eigenen Blut malen zu können.

Das umfassende Ouevre der Künstlerin Elke Silvia Krystufek ist vielseitig und divers. Es erstreckt sich von Malerei, bis zu Installation und Fotografie. In ihren Arbeiten bricht die Künstlerin Tabus und konfrontiert das Publikum mit alltäglichen, politischen und kulturellen Themen. Ihre Arbeit nutzt denselben Sinn wie der Wiener Aktionismus für Überschreitung und dieselbe Radikalität, um ihre eigene Identität in Frage zu stellen und damit auch das, was man als ihr „Frausein“ definieren könnte. Ihr Leben und die Geschichte ihres Körpers sind das Material, aus dem sie ihre Arbeit konstruiert und eine Reihe von Performances zusammenstellt. Aus Wegsehen wird Hinsehen, denn eines steht fest; Krystufek zieht die Menschen mit ihrer Kunst in ihren Bann.

Elke Silvia Krystufek, Mrs. Ader, (c) Galerie Wienerroither & Kohlbacher

Irene Andessner (1954 – heute)

Ich bediene ein Bild der Frau, das sich andere machen.

Irene Andessner

Irene Andessner ist eine österreichische bildende Künstlerin und wurde 1954 in Salzburg geboren. Von 1978 bis 1984 studierte sie unter anderem an der Accademia di belle arti in Venedig sowie an Irene Andessner ist eine österreichische bildende Künstlerin und wurde 1954 in Salzburg geboren. Von 1978 bis 1984 studierte sie unter anderem an der Accademia di belle arti in Venedig sowie an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Arnulf Rainer und Max Weiler. Ihre künstlerische Sprache fand sie in der Inszenierten Fotografie, meist begleitet durch Performance und Video. Die Fotografie ist immer ein Höhepunkt der Interpretation. Der Fokus liegt bei einer Selbstdarstellung. Irene Andessner malt sich in einer Rolle aus. Sie vergegenwärtigt das Vorbild durch sich selbst. Das fotografische Material ist wesentlich. Polaroid ist unmittelbar und eindeutig. Ein Sofortbild. Unabänderlich. Die Porträts entstehen mit einer der letzten noch verfügbaren Großbildkameras und mit dem noch geringfügig vorhandenen originalen Fotomaterial. Jede Aufnahme ist der Zufälligkeit des Werkstoffs unterworfen.  Im C-Print hingegen zeigt sich die Perfektion ihrer Inszenierungen bis ins letzte Detail in einer brillanten Wiedergabe. Die Leuchtkästen führen die Arbeiten in einen neuen besonderen Raum und verleihen dem Werk einen skulpturalen Charakter.

In ihren Verwandlungen werden Vorbilder zu einer neuen Realität und zeigen sich in starken Genderbildern durch die Kraft des Blickes und der Haltung. Über hundert verschiedene Rollen leben mittlerweile in der Künstlerin, u.a. Sofonisba Anguissola, Frida Kahlo oder Marlene Dietrich. Sie hat sie für ihre Arbeit in sich archiviert, für die Betrachtenden bewahrt und durch Malerei, Fotografie, Video und Performance eindringlich sichtbar und erfahrbar gemacht. Werke der Künstlerin wurden bereits in zahlreichen Museen gezeigt, u.a. wie beispielsweise dem Kunst Haus Wien oder der Kunsthalle Tübingen ausgestellt.

Brigitte Kowanz (1957 – heute)

Was mich an diesem Medium besonders interessiert, ist, dass es wie kaum ein anderes Zeit und Geschwindigkeit darstellt, selbst ist, und damit ein besonderes Charakteristikum unserer Wirklichkeit bildet.

Brigitte Kowanz

Brigitte Kowanz ist bekannt für ihre künstlerische Arbeit mit Licht und Sprache. Seit den 1980er Jahren entwickelt sie ihr Werk weiter und setzt sich dabei mit Aspekten der Dematerialisieurng des Kunstobjekts sowie der Visualisierung von Immaterialität, Flüchtigkeit und der Grenzenlosigkeit des Lichts auseinander. In ihren malerischen Anfängen versucht die Künstlerin die traditionellen Grenzen des Tafelbildes zu erweitern und erstellt dafür, gemeinsam mit Franz Graf, die sogenannten Transparenz-Malereien. Dabei handelt es sich um frei in den Raum gehängte transparente Papiere, die mit phosphoreszierenden und fluoreszierenden Farben bemalt wurden. Unter Schwarzlicht scheinen die Pigmente die Malerei nahezu aufzulösen und somit den Bildraum zu öffnen. Später wird die Wechselwirkung zwischen Licht, Raum und Zeit wichtig für Kowanz Werk. Für die Künstlerin wird das Licht in den 1990er Jahren zunehmend zu einem selbstständigen Medium, indem sie sich mit den physikalischen Eigenschaften des Lichts auseinandersetzt und so das Medium der Sprache und der Zahlen an das Licht koppelt.

Neben Ausstellungen im Kunstverein Frankfurt (1989), der Fondation Beyeler (2000) oder dem mumok Wien, gestaltete die Künstlerin 2017, gemeinsam mit Erwin Wurm, den österreichischen Pavillon auf der La Biennale de Venezia.

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Fazit und weiterführende Informationen

In diesem Beitrag konnten wir nur eine kleine Auswahl an wichtigen österreichischen Künstlerinnen nach 1945 vorstellen. Es gibt noch viele weitere Frauen, die das Kunstgeschehen dieser Zeit geprägt haben und daher Erwähnung verdient haben wie z.B. Romana Scheffknecht, Friedl vom Gröller, Ruth Schnell, Constanze Ruhm, Elfie Semotan, Carola Dertnig, Iris Andraschek-Holzer u.v.m.  Auch junge, zeitgenössische Positionen haben wir in diesem Beitrag ausgeklammert, diesen widmen wir uns an anderer Stelle.

Quellen
Titelbild: Irene Andessner, Ida Pfeiffer, NHM, 2010

Katalog zur Ausstellung Martha Jungwirth. Retrospektive, Kunsthalle Krems, 13. Juli – 2. November 2014, Hg: Hans-Peter Wipplinger, Kerber Verlag, Bielefeld
Christa Armann. Pressetext, Galerie Ruberl, 07. September 2021, Ausstellung Celebration_Irene Andessner

https://www.albertina.at/forschung/malerei-skulptur/publikationen/martha-jungwirth/
https://www.albertina.at/albertina-modern/ausstellungen/brigitte-kowanz-submerged/
https://www.art-in.de/biografie.php?id=210
https://artinwords.de/maria-lassnig-werke-leben/
https://designbote.com/die-kunst-nach-1945/
https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20061124_OTS0103/mak-zeigt-elke-krystufek-liquid-logic-the-height-of-knowlegde-and-the-speed-of-thought
https://ropac.net/artists/213-martha-jungwirth/
http://sammlung-essl.at/jart/prj3/essl/main.jart?content-id=1363947043047&rel=de&article_id=1364382724022&reserve-mode=active
https://www.wien.gv.at/menschen/frauen/stichwort/politik/frauenpreis/preistraegerinnen/valie-export.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Valie_Export
https://de.wikipedia.org/wiki/Elke_Krystufek
https://de.wikipedia.org/wiki/Irene_Andessner
https://de.wikipedia.org/wiki/Maria_Lassnig
https://www.w-k.art/artists/elke_silvia_krystufek

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